29. April 2016
Ausgabe Nr. 29

Veränderte Bedingungen von Kindheit als Thema auf der didacta

Pressemitteilung Bund der Freien Waldorfschulen, 2016

Stuttgart/Hamburg/Köln/CU. Veränderte Bedingungen von Kindheit, auf die sich die Schulen einstellen müssen, sind in diesem Jahr Thema des Auftritts der Waldorfschulen und -kindergärten auf der Bildungsmesse didacta in Köln, Halle 8, Stand B 010/C 015. Die Messe dient außerdem auch der Gewinnung von WaldorflehrerInnen, da an den Waldorfschulen in Deutschland pro Jahr rund 600 Stellen neu zu besetzen sind.

Am Stand der Waldorfschulen und -kindergärten können sich Interessenten über Zulassungsvoraussetzungen, Fächer und Wege zur Waldorflehrerbildung informieren. Insgesamt stehen in Deutschland elf Studienorte für Voll- und Teilzeitausbildungen zur Verfügung. WaldorflehrerInnen sind zufriedener mit ihrem Beruf als ihre KollegInnen an staatlichen Schulen. Eine große Rolle spielt dabei ihre Gestaltungsfreiheit, wie die Ergebnisse einer neueren wissenschaftlichen Studie nahelegen. 

In den Vorträgen und Diskussionsveranstaltungen am Stand werfen die ReferentInnen einen Blick auf die verschiedenen Veränderungen, denen Kindheit heute unterliegt. Gerade im Hinblick auf die vielbeobachteten Beziehungsprobleme in Schulen und Kindergärten sieht Dr. Wolfgang Saßmannshausen von der Vereinigung der Waldorfkindergärten einen Schlüssel darin, die realen Erwartungen der Kinder an die Erwachsenen in den Blick zu nehmen, so seine These im Referat am Elternsamstag auf der didacta. 

Thematisiert wird außerdem die verstärkte Mediennutzung und die Umgang der Schulen damit. Wie Franz Glaw, BdFWS-Vorstandsmitglied und Verantwortlicher für den Arbeitskreis „Medienmündigkeit und Waldorfpädagogik“ in seinem Vortrag darlegt, zeigt die Waldorfpädagogik einen Weg zum sinnvollen Einsatz vielfältiger Medien, der sich an der Entwicklung des Kindes orientiert. Ziel ist dabei nicht nur Medienkompetenz, sondern eine umfassende Mündigkeit im Umgang mit den neuen Technologien. 

Bernd Ruf von der internationalen Waldorforganisation „Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V.“ widmet sich in seinem Vortrag der Frage, wie Waldorfpädagogik Flüchtlingskindern bei der Bewältigung von Traumata helfen kann. Als Sonder- und Waldorfpädagoge hat Ruf seit 2006 die notfallpädagogische Krisenintervention der Waldorfpädagogik mit entwickelt und aufgebaut, sie kam schon in vielen Kriegs- und Katastrophenregionen der Welt zum Einsatz. Am Beispiel der Willkommensklassen im Parzival-Schul-Zentrum Karlsruhe zeigt er auf, wie das Modell einer Beschulung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge aussehen kann. 

Eine Diskussionsrunde mit Lehrern und einer Schulärztin von Waldorfschulen, die Flüchtlingsklassen bzw. -kinder oder -jugendliche aufgenommen haben, dient dem Austausch von Erfahrungen zu diesem Thema und wirft die Frage auf, wie gut die Waldorfschulen für die Aufnahme von Flüchtlingskindern gerüstet sind. Teilnehmerin ist auch Barbara Schiller von der Organisation StART international, die wie die Freunde der Erziehungskunst Fortbildungen für WaldorflehrerInnen zu den Themen Traumabewältigung und Interkulturalität anbietet. 

Zu den veränderten Bedingungen, unter denen Kinder heute aufwachsen, gehört auch die abnehmende Erfahrung mit Naturprozessen. Hier bilden die Schulgärten der Waldorfschulen und die Versorgung von Nutztieren ein Gegengewicht. Rebecca Schmitz von Mellifera e.V. zeigt in ihrem Vortrag auf der didacta, wie Bienen in den Schulgärten eingesetzt werden können. Ihre Initiative „Bienen machen Schule“ *** bringt ImkerInnen und PädagogInnen zusammen und gibt vielfältige Anregungen zur Bildungsarbeit mit Bienen.

*** Heute Abend kommt unser "Bienvolk" und zieht in den Schulgarten ein. Ein Bericht dazu bald hier in der FREITAGSINFO und auf unserer HOMEPAGE!

 

 

Die „Liebe zum Wort“ als beste Sprachförderung: Waldorfpädagogik setzt Akzente auf der Leipziger Buchmesse

Pressemitteilung Bund der Freien Waldorfschulen, 2016

Stuttgart/Hamburg/Leipzig, 3. März 2016/CU. Pädagogische Akzente setzt der Bund der Freien Waldorfschulen (BdFWS) auch in diesem Jahr auf der Leipziger Buchmesse vom 17. - 20. März 2016, Halle 5, Stand K 401. Es geht unter anderem um Sprachförderung, außerdem informieren täglich Veranstaltungen über die Berufe WaldorflehrerIn und WaldorferzieherIn.

Zum sechsten Mal ist die Pädagogische Forschungsstelle beim BdFWS mit den Büchern der Edition Waldorf  auf der Buchmesse präsent, die Vereinigung der Waldorfkindergärten ist mit Publikationen ebenfalls am Stand vertreten. Außerdem kooperiert Edition Waldorf in diesem Jahr mit dem Wissenschaftsverlag Barbara Budrich.  

Seit den Pisa-Studien ist Sprache in der Kleinkindpädagogik in aller Munde, eine Vielzahl von Sprachstandserhebungen und Fördermaßnahmen wurden ins Leben gerufen, um der ständig steigenden Tendenz zu Sprachentwicklungsstörungen entgegenzuwirken. 

Lisbeth Wutte, Grundschullehrerin und Theaterpädagogin ist die Autorin des Buches „Mit Kindern Sprache leben“, das in einer Veranstaltung vorgestellt wird. Sie plädiert für ein neues Verhältnis zur Sprache, durch das Eltern und PädagogInnen den Kindern zu einem leichten und spielerischen Spracherwerb verhelfen können. „In dem wir uns der eigenen Sprache bewusst werden, erleben wir erst ihre Qualitäten – ihre Präzision, ihre Lebendigkeit, ihre Schönheit und ihre Kraft. Gehen wir wertschätzend und achtsam mit ihr um, wird sie von den Kindern wohltuend und freudig aufgenommen“, so ihre These. Die „Liebe zum Wort“ werde so zur besten Sprachförderung, unabhängig davon, ob Deutsch die Erst- oder Zweitsprache ist. 

Das praxisnahe Handbuch für Eltern und ErzieherInnen und LehrerInnen im Grundschulbereich enthält eine Fülle von Beispielen, konkrete Tipps für den Alltag und auch viel Poesie – vom Nonsens-Vers über Geschichten bis hin zum Puppenspiel. 

Eine zweite Veranstaltung in Kooperation mit dem Verlag Barbara Budrich stellt die Publikation „Spiritualität in den Lebensbereichen der Pädagogik“ vor. Spiritualität wird hier als vertiefte Aufmerksamkeit verstanden, die zum Verständnis des pädagogischen Prozesses beitragen kann. 

Prof. Tomas Zdrazil von der Freien Hochschule Stuttgart erläutert im Gespräch, warum in der Waldorfpädagogik eine „lesende Wahrnehmung der äußeren Wirklichkeit“ methodisch zur Grundlage gehört. In erster Linie geht es um den Schüler, der zu einem offenen Buch wird, in dem der Lehrer Notwendigkeiten seines Handelns entziffern kann. Die Seele des Menschen  als ein „zu lösendes Rätsel“, das auf Hintergründiges, Tieferliegendes und Höheres verweist – diese Auffassung teilt die Waldorfpädagogik auch mit dem Schweizer Humanisten und Vorläufer der Reformpädagogik, Heinrich Pestalozzi, mit dem Philosophen Martin Buber oder auch dem großen Pädagogen des 20. Jahrhunderts, Janusz Korczak.

Diese intuitive Fähigkeit der Empathie wird als Teil der sozialen Intelligenz in der gegenwärtigen Gesellschaft immer bedeutsamer, so die These von Prof. Zdrazil, die er anhand  des physiognomischen Lesens, z. B. im Gesicht des Schülers, erläutert. Die intensive Wahrnehmung von Kindern und der pädagogische Austausch unter den LehrerInnen darüber, ist in der Waldorfpädagogik zu einer intensiv geübten Praxis geworden.

Bund der Freien Waldorfschulen e.V. 

Die derzeit 235 deutschen Waldorfschulen haben sich zum Bund der Freien Waldorfschulen e.V. (BdFWS) mit Sitz in Stuttgart zusammengeschlossen, wo 1919 die erste Waldorfschule eröffnet wurde. Seit 2013 sitzt die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des BdFWS als Zweigstelle in Hamburg. Die föderative Vereinigung lässt die Autonomie der einzelnen Waldorfschule unangetastet, nimmt aber gemeinsame Aufgaben und Interessen wahr.

 

 

Großes Verdienstkreuz mit Stern für Nobelpreisträger und Waldorfalumnus Prof. Südhof

Pressemitteilung Bund der Freien Waldorfschulen e.V., 2016

Bildnachweis: Bundesregierung/Marvin Ibo Güngör

Berlin/Hamburg/Stuttgart,  2016/CMS. Der derzeit berühmteste ehemalige Waldorfschüler, Nobelpreisträger Prof. Dr. med. Thomas C. Südhof, darf sich ab sofort das Große Verdienstkreuz mit Stern der Bundesrepublik Deutschland ans Revers heften – die Übergabe fand heute in Schloss Bellevue durch Bundespräsident Joachim Gauck höchstpersönlich statt.

Der Nobelpreisträger für Medizin oder Physiologie des Jahres 2013, Prof. Dr. Thomas C. Südhof, und der Nobelpreisträger für Chemie des Jahres 2014, Prof. Dr. Stefan Hell, haben heute das ihnen verliehene Große Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgehändigt bekommen. „Mit dieser Auszeichnung würdigt der Bundespräsident die herausragenden Forschungsleistungen dieser weltweit anerkannten Wissenschaftler“, heißt es dazu aus dem Bundespräsidialamt, und weiter: „Professor Südhof, der die Synapsen im Gehirn und deren Kommunikation miteinander erforscht, hat Entscheidendes über den Vesikeltransport in Körperzellen herausgefunden. Seine Erkenntnisse bieten mögliche Ansätze für Therapien gegen neuronale Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson.“

Vor mehr als dreißig Jahren verließ der in Göttingen geborene Südhof sein Heimatland in Richtung USA, weil ihm das damalige Deutschland zu klein und eng vorkam und er nach eigener Aussage noch die kulturelle und akademische Verwüstung empfand, die der Nationalsozialismus in Deutschland angerichtet hatte. Inzwischen ist er längst amerikanischer Staatbürger geworden und lehrt und forscht an der Universität Stanford, die er selbst als Eldorado der intellektuellen Neugier und des wissenschaftlichen Austausches bezeichnet.

Doch sein Werdegang begann an der Freien Waldorfschule Hannover-Maschsee, wo er 1975 sein Abitur ablegte. „Immerhin war es eine deutsche Waldorfschule, die ihn ja auch fit gemacht haben muss für seinen so erfolgreichen Lebensweg...“ heißt es dazu in der aktuellen Pressemitteilung des Bundespräsidialamtes, die Gaucks Rede zur Verleihung wiedergibt. Dem schließt sich der Bund der Freien Waldorfschulen (BdFWS) an und gratuliert herzlich zu dieser weiteren Auszeichnung!

Nach der Verleihung des Nobelpreises im Jahr 2013 hatten VertreterInnen des BdFWS bereits ein ausführliches Gespräch mit Südhof geführt, das auch per Video aufgezeichnet wurde.

 

Was ist Religion und wie entwickelt Sie sich? 

Montag, den 25. April 2016 um 19 Uhr in der Christengemeinschaft,

Melanchthonstr. 61, 57074 Siegen,

Zu dieser Frage hält die Priesterin der Christengemeinschaft, Wiebke Goebel, einen
Vortrag, in dem sie den Bogen spannt von der Schöpfung des Menschen bis heute mit
einem Ausblick in die Zukunft. Der Vortrag ist nicht an eine Konfession gebunden, sondern
zeigt das religiöse Bedürfnis des Menschen auf, wie es sich im Laufe der
Menschheitsentwicklung und in der Entwicklung des Kindes bis hin zum Erwachsenen
verändert. Fragen, wie wir unseren eigenen religiösen Weg gehen wollen oder wie wir
unsere Kinder religiös begleiten, können im anschließendem Gespräch angedeutet und in
einem weiteren Vortrag ausgeführt werden.

 

SPEISEPLAN

Den Speiseplan finden Sie  unter AKTUELLES / FREITAGSINFO oder direkt über den blauen Button für die Freitagsinfo.

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Am 22. September 2016 spielt Hermann van Veen um 20 Uhr in der Siegerlandhalle. Ich biete zwei Karten an: Tribüne Mitte li. Reihe 19, Platz 15 und 16, je 59,50 €.
0271/312442

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